02.02.2010
Aufbruch in den Untergrund

Die Tullner Bevölkerung beschloss im Rahmen einer Volksbefragung die Neugestaltung ihres Hauptplatzes. Mit der Planung der Oberflächengestaltung des Hauptplatzes Tulln wurde ArchitektErnst Maurer – Hollabrunn-Wien beauftragt. Damit einhergehend entschieden sich die Verantwortlichen zur Errichtung einer zentralen Tiefgarage direkt unter dem Hauptplatz, um zusätzlich zur Belebung der Innenstadt beizutragen. Die Neugestaltung bzw. die Errichtung der Tiefgarage wurde in einer Rekordzeit von nur zehn Monaten umgesetzt. Nun präsentiert sich der Hauptplatz als barrierefreie, mit Grünelementen gestaltete Shopping- und Flaniermeile. Die darunterliegende Garage bietet auf drei Tiefgeschoßen mit einer Nutzfläche von 10.800 Quadratmetern 352 Pkw-Stellplätze. Neun davon sind Behindertenstellplätze.
Entscheidende Zusammenarbeit
Der Entschluss für die Neugestaltung stand bereits im Juni 2007 fest. Nach monatelangen Grabungen des Bundesdenkmalamtes und dem Einarbeiten der Bürgerwünsche begann schließlich im Herbst 2008 die Umsetzungsphase. Nach dem Spatenstich im Jänner 2009 konnte nun nach nur zehn Monaten Bauzeit die neue Tiefgarage eröffnet werden. Der Bauherr IG Immobilien Management GmbH zeigt sich zufrieden: „Die neue Hauptplatzgarage trägt wesentlich zur Verbesserung der Parkplatzsituation in der Tullner Innenstadt bei. Davon profitiert auch der Einzelhandel in der Umgebung“, ist Hermann Klein, Geschäftsführer von IG Immobilien überzeugt. „Für die kurze Bauzeit war vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und der Tullner Bevölkerung entscheidend“, so Klein.
Errichtet wurde die Garage von der Baufirma Östu-Stettin in einer Deckelbauweise, die Außenwände mit Schlitzwänden 60 Zentimeter bis 15 Meter Tiefe. Baumanagement Forstner übernahm die Projektleitung und Planung der Tiefgarage sowie die örtliche Bauaufsicht. Auch Herbert Treiber von Baumanagement Forstner streicht die kurze Bauzeit hervor: „Die Besonderheit bei diesem Projekt ist die unglaublich schnelle Bauzeit“, so der Bauleiter. „Dass wir die Garage in nur zehn Monaten fertigstellen konnten – noch dazu, während der Hauptplatz darüber zur gleichen Zeit neu gestaltet wurde –, ist außergewöhnlich“, ist Treiber überzeugt. „Während unten der Aushub vonstatten ging, wurden oberhalb mehr als 6.000 Quadratmeter errichtet. Daher entschieden wir uns auch für die Deckelbauweise“, so Treiber. Die ausgesprochen kurze Bauzeit führt der Bauleiter auf verschiedene Aspekte zurück: „Einerseits muss betont werden, dass die ausführenden Firmen wirklich gute Arbeit geleistet haben. Zudem gab es keinerlei technische Schwierigkeiten auf der Baustelle. Außerdem hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Es hat in diesem Fall einfach alles gestimmt“, erzählt Treiber.
Im ersten Untergeschoß ist die neue Tiefgarage mit der bestehenden Garage des Einkaufszentrums Rosenarcade verbunden. Die Rosenarcade wird auch die neue Garage betreiben. Beide Garagen können mit einem Ticket eine Stunde gratis benützt werden. „Ich freue mich sehr, dass wir nun mit rund 700 Parkplätzen unseren Kunden ein noch angenehmeres Einkaufserlebnis ermöglichen können, da die zeitraubende Parkplatzsuche entfällt“, so Stefan Krejci, Leiter der Rosenarcade.
Ausgestattet ist die Garage mit einer CO-Lüftung sowie CO-Warnanlagen mit optischen und akustischen Warneinrichtungen als auch mit einer mechanischen Brandrauchabsaugung mit natürlicher Nachströmung. Erschlossen wird die Tiefgarage durch vier Stiegenhäuser an der Oberfläche, drei davon mit Glaskubus als Aufnahmegebäude und Aufzug. Eine Einfahrt in die Garage mit Zehn-Prozent-Rampenneigung ist bei der Bezirkshauptmannschaft möglich. Eine Ein- und Ausfahrt auf der Westseite des Hauptplatzes wurde mit einer 15-Prozent-Rampenneigung errichtet. Als zusätzlicher Service befindet sich in der Garage eine unterirdische Autowaschstraße.




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