Am 1. August 2009 begann der Bau eines der bedeutendsten Straßenbauprojekte Oberösterreichs, nämlich der Bau der S 10 Mühlviertler Schnellstraße, die eine strategisch wertvolle Anbindung des oberösterreichischen Zentralraums an Südböhmen und den Ostseeraum darstellt. Die S 10 ist auch Teil der transeuropäischen Netze, da sie einen Teil der E 55 bildet und somit eine Einbindung in den europäischen Korridor 4 (Prag–Brünn–Wien) ermöglicht.
Weiters soll die 22 Kilometer lange Schnellstraße mehr Verkehrssicherheit sowie eine massive Verkehrsentlastung bringen. Da die Mühlviertler Schnellstraße, wie der Name schon sagt, durch das ursprüngliche Mühlviertel führt, sehen sich die Bauherren mit einigen Herausforderungen konfrontiert, da große Erdbewegungen und zahlreiche Baumaßnahmen zur Überwindung natürlicher Hindernisse erforderlich sind. Um das Feldaisttal überqueren zu können, wurden zwei Schnell- und eine Landschaftsstraßenbrücke errichtet, die als Anbindung an die Spange Walchshof dienen. Zur Erbauung dieser drei Bauwerke wurden insgesamt 12.000 Kubikmeter Beton verwendet, wobei die Hälfte davon für die Tragwerke benötigt wurde. Insgesamt haben die sechsfeldigen Schnellstraßenbrücken eine Länge von 190 Metern, die Fahrbahn misst eine Breite von 13 Metern. Die Richtungsfahrbahnen erhielten zwei getrennt geführte, intern vorgespannte Plattentragwerke, die auf insgesamt zehn Pfeilern lagern. Diese Brückenbauwerke sollen in nur fünf Monaten errichtet werden.
Doch nicht nur die kurze Bauzeit ist außergewöhnlich an diesem Vorhaben sondern auch die Geometrie der Pfeiler der Feldaist-Brücken, da sie auf Bohrpfählen gegründet sind und eine Höhe von bis zu 16,7 Metern aufweisen können. Der runde Querschnitt hat einen Durchmesser von 1,80 Metern, und für die Schalung der Pfeilerköpfe wurden vormontierte Fertigserviceelemente von Doka verwendet, die individuell für die Baustelle zusammengestellt wurden. Nach der Betonierung der Pfeiler, die in zwei Schüssen entstand, wurden die Pfeilerköpfe hergestellt, die eine Höhe von 2,7 Metern und eine Breite von 5,4 Metern messen. Die Betonierung der drei Tragwerksabschnitte erfolgte im Wochentakt und mittels Lehrgerüst. Insgesamt investierte die Asfinag rund 752 Millionen Euro in den Bau dieses wichtigen Straßenbauprojekts, das ab 2015 die Verkehrfreigabe erhalten soll.
Katrin Hauck















