Bundesimmobiliengesellschaft
07.04.2009
Großprojekte werden vorgezogen
Gute Nachrichten für die Bauwirtschaft: 875 Millionen Euro, Geld aus dem versprochenen Konjunkturpaket, wird die Bundesimmobiliengesellschaft, BIG, in den Jahren 2009/10 zusätzlich investieren. Profitieren sollen nicht nur die großen Bauunternehmen, zu 30 bis 50 Prozent werde das Bauvolumen auch den Klein- und Mittelunternehmen zugutekommen, versprechen Christoph Stadlhuber und Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG.
Die Zielvorgabe ist klar: „Es geht um die Sicherstellung der Auftragslage.“
Vorwiegend tausende meist kleinere Instandhaltungsarbeiten (insgesamt 180 Mio. Euro) und thermische Sanierungen (150 Mio. Euro) umfasst die Projektliste. Durch die Finanzspritze des Bundes können aber auch 58 von derzeit 100 geplanten Großprojekten vorgezogen werden. Weitere 26 befinden sich gerade im Bau. Die größten Bauvorhaben: der komplette Neubau der Wirtschaftsuniversität Wien um satte 250 Millionen Euro und das Justizzentrum in der Wiener Baumgasse um 77 Millionen Euro. Eine komplette Liste finden Sie auf Seite 22. Die Vorbereitungen seien bereits gestartet, laufende Projekte befänden sich ohnehin auf Schiene. „Wichtig ist, dass wir nun rasch mit der Planung beginnen. Für den Sommer, wenn die Schulen und Unis nur geringfügig genutzt werden“, setzt Stadlhuber den weiteren Fahrplan fest. Denn: Ein Großteil der Projekte betrifft Bildungseinrichtungen, sie machen insgesamt 64 Prozent aller von der BIG verwalteten Gebäude aus.
Die Planungsphase wird, je nach Größe des Projekts, rund ein Jahr dauern. Dann, nach Abschluss der Mietverträge, starten die Ausschreibungen. Eben dann, wenn die ersten großen Einbrüchen bei den Bauaufträgen drohen. „Bis Jahresende wird es gelingen, die Produktion auf hohem Niveau aufrechtzuerhalten. Ab 2010 werden die privaten Maßnahmen nachlassen“, kündigt Wolfgang Hesoun, Präsident der Vereinigung industrieller Bauunternehmungen (VIBÖ) und Generaldirektor der Porr, an. Gerade für den Hochbau, der von der Krise härter betroffen sein werde, sei es wichtig, dass die BIG reagiert. Hesoun: „Das wirkt als Multiplikator beim Hochbau und bedeutet ein Vielfaches für die Volkswirtschaft.“ Und er unterstreicht die Wichtigkeit der Initiative auch punkto Arbeitsmarkt: Es werde schwer sein den Personalstand wieder hochzufahren, wenn er einmal angepasst werden musste.
Helmut Melzer
aus: bauzeitung 14/09, S. 12

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