15.01.2010
Anleitung zum Bauerfolg
Baustellen sind eine Herausforderung für alle Beteiligten – Planer, Ausführende wie auch Bauherren. Probleme und Schwierigkeiten können während des Bauprozesses auftauchen. Zeitverlust und explodierende Kosten sind die Folge. Um das Risiko des Störfalls zu minimieren, sind Baufachleute stetig bemüht, Lösungen zu finden und Verbesserungen einzuführen. Beim Malik-Management-Baukybernetik-Forum im November 2009 trafen sich rund 50 Fachleute aus der Bauwirtschaft, um einen weiteren Schritt in Richtung Baustellen-Management zu diskutieren. „Auf dem Bau herrscht die Teamproblematik. Vor jedem Match wird die Mannschaft neu zusammengestellt“, erklärt Otto Greiner, Baumeister und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Baukybernetik. Das ist nur eine der großen Herausforderungen eines jeden neuen Projektes. Hinzu kommt die zunehmende Verrechtlichung des Bauens, wie auch Hans Steiner, Referent beim Baukybernetik Forum, bemerkt: „Verträge bedeuten nicht mehr ‚vertragen‘, sondern dass man die Schubkarre voller Akten zum Anwalt schiebt.“
Führungsqualität gefragt
Ein zentraler Punkt bei der Sicherung des Erfolges eines Bauprojektes ist die Organisation und die Führung aller Beteiligten. Nur strukturierte Rahmenbedingungen gewährleisten ein zeitgerechtes und qualitätsvolles Voranschreiten, sind sich die Baukybernetikexperten einig. Die richtigen Führungsqualitäten gewinnen mehr und mehr an Bedeutung, nicht zuletzt durch die komplexer werdenden Projekte und Anforderungen. „Es fehlt uns ein eigentlicher Baumanager“, bringt Martin Häckel, ebenfalls Referent des Forums, die Problematik auf den Punkt.
Doch professionelles Management wird in der Branche häufig noch vernachlässigt. „Zu Unrecht ist Management im Bauwesen und bei Architekten vielerorts immer noch verpönt“, meint Karl-Heinz Oeller von Malik Management. Die Grundsätze richtigen und guten Managements wie etwa in wissenschaftlichen Bereichen wie der Bionik und der Kybernetik sind der Schlüssel zum Erfolg und gelten auch in der Bauwirtschaft uneingeschränkt, ist der Managementkybernetiker Oeller überzeugt. Die Experten lieferten beim Treffen der Bauhumanisten auch gleich zahlreiche Tipps für den Alltag.
Kybernetik im Baualltag
Otto Greiner nennt drei Schwerpunkte der angewandten Kybernetik, die den Baualltag signifikant erleichtern sollen: Exakt zugeschnittene Drehbücher für den einzelnen Unternehmer, genügend Produktivitätsreserven und ausreichend Reservezeiten. „Mehr Reservezeiten müsse nicht heißen, dass das Bauwerk länger dauert. Im Gegenteil, gerade damit wird die Bauzeit verkürzt“, ist Greiner überzeugt.
Das Verständnis und die Bereitschaft, gezieltes und professionelles Management auch in der Bauwirtschaft zu betreiben, steigt stetig. Die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Bauvorhabens rückt immer mehr in den Vordergrund, da die Erfahrung zeigt, dass auf diesem Sektor nicht jedes Detail planbar ist. Dennoch besteht weiterhin Nachholbedarf. So kristallisierten sich auch beim Baukybernetik-Forum die Kernthemen heraus, die die Branche nach wie vor beschäftigen und fordern. „Es braucht mithilfe modernen Managements mehr Organisation und Selbstorganisation auf den Baustellen. Es braucht die Sicht für das Endresultat Bauwerk, und nicht nur auf das eigene Gewerk – Teamgeist statt reiner Vertragserfüllung“, sind sich die Experten einig.
Ein erfolgreiches Vorzeigebeispiel ist das Netzwerk „Bauen mit Werten Deutschland“, das auf eingespielte Teams mit gleichen Ansprüchen an die Qualität setzt und damit große Erfolge erzielt. „Freundschaft ist wichtiger als recht zu haben“, so das Motto von Wolfgang Mewes, Begründer der engpasskonzentrierten Strategie.
Lehrgang kybernetisches Baumanagement
Im April 2010 startet Malik Management das zehn Monate dauernde Baumanagement-Studienprogramm, das mit dem Diplom Malik Executive Baumanagement abschließt. Das Programm spricht berufserfahrenes Top-Management von Behörden und mittleres Management der Bauindustrie an. Das Studienprogramm bildet Baumanager aus, die Qualität, Schnelligkeit und Kosteneffizienz sicherstellen können.
(Diana Danbauer, Die Bauzeitung)

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